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[dieser Text als pdf-Download (LEADER Faltblatt)]
Herausforderungen für ländliche Regionen
Der ländliche Raum in der europäischen Gemeinschaft ist vielfältig. Doch die Probleme, denen sich ländliche Regionen gegenübersehen, sind ähnlich: Häufig mangelt es an beruflichen Perspektiven und vor allem junge Menschen verlassen deshalb diese Regionen. Der mit den sinkenden Einwohnerzahlen einhergehende sukzessive Abbau der Infrastruktur führt häufig zu weniger Lebensqualität.
Auch globale Entwicklungen wie die Liberalisierung des Handels, neue Technologien und der Wandel des Agrarsektors führen zu Veränderungen. Wollen sich die ländlichen Regionen diesen Herausforderungen stellen, um lebenswerte und zukunftsträchtige Perspektiven bieten zu können, brauchen sie eine auf die Besonderheiten ihrer Region zugeschnittene Strategie.
LEADER - Neue Wege in die Zukunft
Seit 1991 erprobt die EU mit der Gemeinschaftsinitiative LEADER diesen gebietsbezogenen Entwicklungsansatz. LEADER steht für "Liaison entre actions de développement de līéconomie rurale" (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Mit LEADER+ können in der aktuellen Förderperiode - 2000 bis 2006 - innovative Projekte im ländlichen Raum finanziert werden. In Deutschland werden dafür von der Europäischen Union etwa 250 Millionen Euro bereitgestellt. Die EU-Mittel werden von Land, Kreis, Gemeinden oder Privaten gegenfinanziert. Die 148 LEADER-Regionen Deutschlands sind Gebiete, die kulturgeschichtlich, naturräumlich, wirtschaftlich oder auch verwaltungstechnisch eine Einheit bilden. Die Bevölkerungsgrenze liegt bei maximal 100.000 Einwohnern in der Region.
Die grundlegenden Ansätze von LEADER sind:
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Regionale Besonderheiten als Chance für ein eigenständiges Profil entdecken und entwickeln - Territorialer Ansatz.
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Die dazu notwendige, breite Bürgerbeteiligung mit demokratischen Spielregeln organisieren - Bottom-up-Ansatz.
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Mit privaten und öffentlichen Akteuren eine Strategie erarbeiten, wie der Entwicklungsrückstand abgebaut, positive Entwicklungen verstärkt und Marktnischen gefunden werden können - Regionales Entwicklungskonzept.
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Durch die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und Ebenen die Planung und Durchführung von Projekten fördern - Integrierter Ansatz.
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Informieren, vorhandenes Know-how nutzen, voneinander lernen und gemeinsam arbeiten - Vernetzung der Akteure.
Lokale Aktionsgruppen als Schnittstellen
Regionalentwicklung im Sinne von LEADER ist eine Querschnittsaufgabe. Die Organisation und Begleitung leisten Lokale Aktionsgruppen. Diese sind regionale Zusammenschlüsse privater und öffentlicher Personen und Institutionen, die sich meist als Verein oder auch als privatrechtliche Gesellschaft organisieren. Wesentlich ist, dass die Lokale Aktionsgruppe (LAG) eine für die Region repräsentative Mischung lokaler Akteure zusammenführt. Auf der Entscheidungsebene, beispielsweise im Vorstand, müssen Wirtschafts- und Sozialpartner mindestens zur Hälfte vertreten sein.
Die Lokalen Aktionsgruppen unterstützen und steuern den Entwicklungsprozess, sind Anlaufstelle für Projektideen und Projektanträge und bringen die verschiedenen Akteure in der Region zusammen. Sie können aber auch selbst Projekte initiieren und umsetzen.
Konzentration auf Leitthemen
Von der Europäischen Kommission wurden vier Schwerpunktthemen vorgeschlagen:
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Einsatz neuen Know-hows und neuer Technologien, zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit regionaler Erzeugnisse und Dienstleistungen.
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Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität.
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Aufwertung lokaler Erzeugnisse, Erleichterung des Marktzugangs vor allem für Kleinbetriebe.
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Nachhaltige Nutzung des natürlichen und kulturellen Potentials.
Die Entwicklungskonzepte der LAG konzentrieren sich auf ein bis zwei dieser Themenfelder.
Partnerschaften und Austausch
LEADER setzt nicht nur in den Regionen auf Erfahrungsaustausch und Kooperation. Für die Vernetzung der LEADER-Akteure auf Bundesebene ist die Deutsche Vernetzungsstelle LEADER+ aktiv. Ziele des Netzwerkes sind, auf regionaler Ebene angewandte neue Entwicklungsansätze und erfolgreiche Projektideen überregional bekannt zu machen, Kontakte - auch international und über LEADER hinaus - zu schaffen sowie durch Know-how-Transfer die fachliche und organisatorische Arbeit der LAG zu unterstützen. Auf europäischer Ebene begleitet der LEADER+ Contact Point seit Mitte 2004 diesen Prozess. Die transnationale Zusammenarbeit - die Möglichkeit, Projekte zwischen Lokalen Aktionsgruppen aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten der EU durchzuführen - wird auf beiden Ebenen unterstützt.
Durch die Mitarbeit am Netzwerk können die LAGs...
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Informationen über Projekte, Dienstleistungen und Angebote anderer Gruppen erhalten,
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über den persönlichen Kontakt Kooperationen bilden,
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die regionale Handlungskompetenz steigern,
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Fehler beim Organisationsaufbau, der Projektentwicklung und -abwicklung vermeiden und dadurch Zeit sparen,
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neue Tätigkeitsfelder und Entwicklungsschwerpunkte aufbauen.
Zusammen mit den anderen nationalen Vernetzungsstellen der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Beobachtungsstelle ist die DVS Teil des europäischen Netzes für ländliche Entwicklung. Impulse und Innovationen können so auch von der europäischen Ebene in die Region transferiert werden.
Die Zukunft
Ab 2007 ist LEADER fester Bestandteil der neuen EU-Politik für den ländlichen Raum. Die Methoden der Regionalentwicklung können dann in allen Förderbereichen der ländlichen Entwicklung angewandt werden. Aktuelle Informationen hier auf der Website unter [>> www.leaderplus.de/eler]
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Am 14. April 2000 hat die Kommission eine Mitteilung an die Mitgliedstaaten über Leitlinien für die neue Gemeinschaftsinitiative LEADER+ angenommen. LEADER+ ist eine der vier im Rahmen der Strukturfonds für den Zeitraum 2000-2006 eingesetzten Gemeinschaftsinitiativen. Die vier Initiativen erhalten 5,35 % der Mittel der Strukturfonds für den Zeitraum 2000-2006. Der Gesamtbeitrag der Gemeinschaft zu LEADER+ wird in diesem Zeitraum mit 2020 Mio. EUR veranschlagt und geht zu Lasten des EAGFL, Abteilung Ausrichtung.
Die Mitteilung über die Leitlinien für die Gemeinschaftsinitiative LEADER+ wurde am 18. Mai 2000 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften - C 139 - veröffentlicht (Informationsnummmer: 2000/C 139/05).
[die LEADER Leitlinien als pdf-Download / LEADER Guidelines in English (pdf-file)]
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